Wie war das nun mit Weihnachten in Scheidungsfamilien?

Wie war das nun mit Weihnachten in Scheidungsfamilien?

Ja, wie war das denn nun mit Weihnachten in Scheidungsfamilien? Weihnachten steht vor der Tür und dies ist eine Zeit, die extra Planung in Scheidungsfamilien und Trennungsfamilien fordert. Sind wir z.B. flexibel und sorgen dafür, dass die Kinder ein Teil der Tradition in beiden Familien sind, ungeachtet gerader oder ungerader Kalenderwoche und Umgangsordnung? Wie managen wir die Weihnachtsgeschenke, wenn die Kinder ihre Eltern in 2 Zuhause haben und man nicht unbedingt die gleiche Auffassung von den „richtigen“ Weihnachtsgeschenken hat? Falls der größte Wunsch des Kindes eine Lego-Burg ist, wer bekommt das die Ehre, diesen brennenden Wunsch zu erfüllen? Und wer regelt was Oma, Opa, Tante und Onkel schenken, oder enden alle damit, den Wunsch nach Torwarthandschuhen zu erfüllen?

Mein ältester Sohn hat dies auf eigene Hand rausgefunden und regelt nun selbst, von wem er sich was wünscht. Ein gutes Manöver, wo er die Herausforderungen, die mit 2 Zuhause und Familien kommen, selbst meistern kann. Als er dies noch nicht selbst konnte, haben wir uns mit den jeweiligen Familienmitgliedern in Verbindung zu setzen und abzusprechen, wer was schenkt. Dies sichert sowohl die Freude des Kindes als auch die der Erwachsenen über die Geschenke und das Schenken.

Etwas anderes und vielleicht weniger Erfreuliches, ist das Budget

Soll man ein gemeinsames Geschenkbudget errichten, damit Gleichberechtigung zwischen den 2 Zuhause herrscht? Ist dies etwas, was man als Eltern gemeinsam handhaben muss?
Meine Kinder haben das Alter erreicht, wo Geschenke alles ausmachen, vorbei ist. Sie kennen die finanzielle Situation, die hinter den Geschenken steht. Einige Wünsche haben natürlich mehr Gewicht als andere, da es schwierig ist, mit 10 Euro Taschengeld alle 2 Wochen, selbst zu sparen und sich die teuren Wünsche selbst zu erfüllen.
Kann es dann damit enden, dass es den langweiligen Elternteil gibt und den supercoolen Elternteil, basierend auf dem Umfang der Geschenke?

Meine eigene Erfahrung sagt nein, darum brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

Meine Jungs wissen und verstehen, dass es Unterschiede zwischen Mama und Papa gibt. Es gibt keinen Unterschied in unserer Liebe zu ihnen, aber es kann einen Unterschied geben, von der Auffassung, was ein Geschenk kosten soll. Es kann auch einen Unterschied darin geben, was man in dem einen und dem anderen Zuhause bekommen darf; eine Schlange zum Kuscheln ist nicht immer überall willkommen (ich spreche hier aus Erfahrung).
Mit der Zeit lernen Kinder, in welchem Zuhause sie welchen Wunsch äußern.
Das ein Geschenk mehr Begeisterung hervorruft als das andere, bedeutet nicht, dass ein Elternteil mehr als der andere begeistert.
Sobald das Geschenk erst einmal im Haus ist, ist es den Kindern recht egal, wer was geschenkt hat. Die Kinder schätzen das, was sie bekommen und rechnen nicht dagegen, was sie von wem bekommen haben und noch bekommen müssen.
Wir werden Sterne in ihrem Leben dadurch, dass wir gute Eltern sind – nicht dadurch, dass wir ihnen teure Geschenke machen.

Mein Geschenkbudget ist im schlechten Gewissen explodiert

Bei mir ist das Geschenkbudget nach der Scheidung explodiert.
Das lag nicht daran, dass ich mehr Geld verdient habe, sondern weil mein schlechtes Gewissen Überhand genommen hat. Ich wollte nicht, dass es meinen Kindern an etwas fehlte, bloß weil ich jetzt alleinerziehend war. Deswegen wurden die vorher gebraucht erstandenen Fahrräder von eBay mit nagelneu funkelnden ausgetauscht und die Weihnachtsgeschenke wurden zu neuen Computern und teurem Inventar der Kinderzimmer. Bis ich mich selbst stoppen musste. Der Charme dabei, ein 6-jähriges Kind sagen zu hören, „500 Euro, – das ist doch nicht viel? „ ist hier leicht zu übersehen.
Ich habe das Signal wahrgenommen und erkannt, dass das Glück der Kinder nicht in der Größe der Geschenke liegt, sondern in der Qualität des Alltags, einleuchtend!

Für uns Eltern gilt, nicht übers Ziel hinauszuschießen und unsere Präferenzen durchscheinen zu lassen. Wen ich mich vom Vater der Kinder in Bezug auf Geschenkideen übertrumpft fühle, dann muss ich damit umgehen, schwer oder übel.
Die eigene Unzulänglichkeit in Bezug auf die Geschenke sollte mit den Freundinnen diskutiert werden und nicht zu einem Problem mit dem Ex oder den Kindern werden.

Ich habe noch nie eine erwachsene Person getroffen, die erzählt, Mama war der Hit wegen der großartigen Geschenke und des Geldes. Ich habe jedoch massenhaft Erwachsene getroffen, die darüber berichten, wie sie Liebe, Zusammenhalt und Aufmerksamkeit wahrnehmen und schätzen.

Vielleicht ein Klischee, aber Klischees entstehen, weil sie stimmen ♥

 

Mehr Inspiration und gute Tipps gibts hier.

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